Eine gesündere Herangehensweise an den höflichen Händedruck?

Seit über 2.500 Jahren geben sich die Menschen die Hand, wenn sie einer neuen Person vorgestellt werden oder einen Freund oder Bekannten begrüßen.  In der Populärkultur haben sich moderne Varianten des ursprünglichen Handschlags der antiken Griechen durchgesetzt. Diese sind jedoch meistens auf bestimmte Regionen begrenzte Trends mit einer begrenzten Halbwertszeit, so dass der ursprüngliche Handschlag doch die vorherrschende Willkommensgeste in fast allen Ecken der Welt bleibt. Die hygienischen Auswirkungen des Händeschüttelns sind nur wenig erforscht – bis jetzt …

In den frühen Siebzigern des 20. Jahrhunderts ballte Fred Carter von den NBA Baltimore Bullets zum ersten Mal seine Faust und schlug damit gegen die ebenfalls geschlossene Faust eines Teamkollegen, nachdem er einen Punkt geholt hatte – damit war der sogenannte „Fist-Bump“ geboren. Dieser wurde dann durch die Präsenz in TV-Shows und bei Musikern der 80er und 90er immer trivialer, bis sein Image wieder aufpoliert wurde, als der US-amerikanische Präsident Barack
Obama seiner Frau Michelle im Jahr 2008 einen „Fist-Bump“ gab. Die Washington Post titelte: „Der erste ‚Fist-Bump‘, den man auf der ganzen Welt gehört hat“. Dadurch gewann diese Art der Begrüßung in der Populärkultur wieder an Beliebtheit. Und es sieht ganz so aus, als würde aus gesundheitlichen Gründen viel dafür sprechen, dass dies so bleibt.

Wir achten heute verstärkt auf Gesundheit und Hygiene, insbesondere was unsere Hände angeht. E. coli, MRSA und viele andere Superbazillen sind in letzter Zeit in die Schlagzeilen geraten. Die Botschaft ist angekommen, es gibt jetzt überall in Krankenhäusern und Büros Desinfektionsmittel für die Hände, aber sollte man dann nicht auch etwas an der Methode des Händeschüttelns ändern? Eine aktuelle Studie des plastischen Chirurgen Tom McClellan zeigt, dass sich beim Handschlag wesentlich mehr Bakterien verbreiten als bei „Fist-Bumps“. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass bei einem Handschlag dreimal mehr Hautkontakt entsteht und ein Handschlag 2,7 Mal länger dauert.
„Ein „Fist-Bump“ kann zu einer geringeren Übertragung von Bakterien und einer besseren Gesundheit und Sicherheit sowohl von Patienten als auch Gesundheitspflegepersonal führen“, schrieben McClellan und seine Kollegen in ihrem Referat im Journal of Hospital Infection.

Abgesehen davon weist eine andere Studie darauf hin, dass die Menschen nur deswegen Bakterien beim Händeschütteln weitergeben, weil sie ihre Hände nicht korrekt reinigen. Laut einer Studie in The Journal of Environmental Health waschen sich nur 5 % der Menschen ihre Hände 15 Sekunden oder länger. Bevor Sie sich jetzt jedoch dazu beglückwünschen, zu diesen 5 % zu gehören, denken Sie bitte daran, dass das Centre for

Disease Control and Prevention empfiehlt, sich die Hände mindestens 20 Sekunden lang zu waschen. Versuchen Sie, beim nächsten Händewaschen die Sekunden mitzuzählen. Dieses unzureichende Händewaschen bedeutet, dass die allermeisten Menschen eine riesige Menge unnötiger Keime und Bakterien an ihren Händen haben.

Also, Händeschütteln oder „Fist-Bumping“? – Tatsächlich scheint es darum gar nicht zu gehen. Das Wichtige ist, dass Sie sich die Hände regelmäßig waschen, und zwar mindestens 20 Sekunden lang pro Waschvorgang! 

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